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Rubrik: Hilfe nach Suizid - Acht Wege die helfen, um mit der Trauer nach Suizid umzugehen



Die Phasen der Trauer nach einem Suizid sind brutal, chaotisch und unvorhersehbar. Aber es gibt Wege, um nicht daran zu zerbrechen – auch wenn es sich manchmal so anfühlt, als würde man es nicht schaffen. Hier sind einige Dinge, die mir und vielen anderen geholfen haben:

1. Akzeptiere deine Gefühle – alle davon

Trauer ist nicht nur Weinen. Sie ist Wut, Schuld, Verzweiflung, Erleichterung, manchmal sogar Lachen. Nichts davon macht dich zu einem schlechten Menschen. Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg zu trauern. Alles, was du fühlst, ist erlaubt. Alles. Aber das Wichtigste ist die Akzeptanz. Ohne Sie wirst Du niemals einen Schritt in eine bessere Zukunft machen. Mit der Akzeptanz beginnen meine Vorträge und darüber habe ich schon einige Texte geschrieben.

2. Such dir Menschen, die es aushalten

Nicht jeder kann mit deiner Trauer umgehen. Manche werden sich zurückziehen, weil sie nicht wissen, was sie sagen sollen. Andere werden versuchen, dich mit Phrasen wie „Er ist jetzt an einem besseren Ort“ zu trösten – und du wirst sie dafür hassen.

Finde die Menschen, die es aushalten, wenn du zum tausendsten Mal die gleiche Frage stellst. Die, die dich in den Arm nehmen, wenn du zusammenbrichst, und nicht erwarten, dass du „bald wieder normal“ bist. Und wenn du niemanden hast – such dir eine Selbsthilfegruppe oder eine Trauerbegleitung. Reden hilft. Immer. Du kannst dich auch gerne an mich wenden.

3. Hör auf, dich zu fragen, warum

Diese Frage wird dich zerstören. Denn es gibt keine Antwort, die ausreicht - niemals. Nicht jetzt und auch nicht in der Zukunft. Egal, wie oft du das Warum wälzt – es bringt ihn oder sie nicht zurück.

Ja, es ist wichtig, den Schmerz zu verstehen, der zu dieser Entscheidung geführt hat. Aber es ist nicht deine Aufgabe, eine logische Erklärung zu finden. Meist gibt es sie nicht.

4. Verabschiede dich von der Schuld

Ich weiß, das ist schwer. Die Schuld ist eine widerliche Begleiterin, die dir ständig ins Ohr flüstert: „Hättest du doch nur…“ Aber du bist nicht allmächtig. Du hast nicht versagt. Du hast geliebt, so gut du konntest. Und das reicht. Falls die Schuld zu laut wird – schreib einen Brief an die Person, die du verloren hast. Sag alles, was du nicht mehr sagen konntest. Manchmal hilft es, diese Worte loszuwerden. Aber verstehe immer folgendes: Es geht niemals um Schuld, sondern um Verantwortung. Und kein Mensch auf diesem Planeten kann die Verantwortung für das letzte Symptom diverser mentaler Erkrankungen tragen: den Suizid!


5. Kümmere dich um deinen Körper

Das klingt banal, aber: Essen, schlafen, bewegen – das sind die Basics, die verhindern, dass du komplett zusammenbrichst. Dein Körper trauert mit, und wenn du ihn vernachlässigst, wird alles noch schwerer. Und nein, Alkohol und Drogen sind keine Lösung. Auch wenn diese den Moment einfacher machen. Sie werden alles verschlimmern. Du darfst mir glauben, ich weiß wovon ich spreche.


6. Finde einen Sinn – irgendwann

Am Anfang wirst du ihn nicht sehen. Da ist nur Schmerz. Aber mit der Zeit – und ich verspreche dir, es wird passieren – wirst du merken, dass du weitermachen kannst. Vielleicht engagierst du dich für Suizidprävention. Vielleicht schreibst du. Vielleicht pflanzt du mit mir einen Baum der Erinnerung, der zwar keinen Lebenssinn hergibt aber der Anfang einer neuen Lebensphase sein kann, die Dir einen Sinn schenkt. Es geht nicht darum, den Verlust zu ersetzen. Es geht darum, dem Schmerz eine Bedeutung zu geben, die dich am Leben hält. Das ist es, was ich mit der Erschaffung von TREES of MEMORY getan habe. Viele bewundern mich dafür aber ganz ehrlich: Warum stellt man mich auf ein Podest, wo jeder, wirklich jeder etwas machen könnte, das der Gesellschaft etwas zurück gibt. Nein ich bin nicht der Held. Ich habe nur auf meinen Schmerz gehört.

7. Erlaube dir, weiterzuleben

Das ist das Schwierigste. Irgendwann kommt der Moment, in dem du wieder lachst, in dem du wieder einen schönen Tag hast. Und dann kommt das schlechte Gewissen.

Aber das Leben geht weiter. Und das ist nicht Verrat. Es ist nicht falsch. Dein Schmerz bedeutet nicht, dass du stehenbleiben musst. Wenn es umgekehrt wäre – wenn du derjenige gewesen wärst, der gegangen ist – würdest du wollen, dass deine Liebsten aufhören zu leben?

8. Hol dir Hilfe, wenn du es nicht alleine schaffst

Trauer kann dich auffressen. Sie kann dich in dunkle Gedanken ziehen. Und wenn du das Gefühl hast, dass du nicht mehr kannst – such dir professionelle Hilfe. Therapie ist kein Zeichen von Schwäche. Sie ist ein Rettungsanker. Suizid hinterlässt eine Wunde, die nie ganz verschwindet. Aber sie kann heilen. Es dauert. Es tut weh. Aber es geht. Und manchmal dauert es Jahre.

Und bis es soweit ist – atme. Einen Tag nach dem anderen. ❤️


Wenn dich dieser Beitrag berührt hat oder du jemanden kennst, der mit der Trauer nach einem Verlust kämpft, dann teile ihn, kommentiere und schreibe mir deine Gedanken oder speichere ihn für später. Manchmal kann genau diese eine Nachricht den Unterschied machen – für dich oder für jemanden, der sie dringend braucht. Lass uns gemeinsam ein Zeichen setzen: Niemand muss diese Last allein tragen. 💙 #DuBistNichtAllein

 
 
 

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